Changpeng Zhao (CZ) glaubt nicht, dass die jüngste Anti-Kryptorhetorik von Trump negative Auswirkungen auf die  Branche haben wird. Der Binance CEO sagt, dass die Branche über genügend Reife und Zensurresistenz verfügt, um jede von der Regierung geführte Razzia zu überleben. In der Zwischenzeit zwingen restriktive US-Gesetze mehr Börsen, ihre Geschäfte ins Ausland zu verlagern.


Schlechte Presse ist besser als keine Presse

Im Gespräch mit CNBC sagte Zhao, dass die Industrie nichts zu befürchten hat, wenn es um die negativen Kommentare des US-Präsidenten zu Kryptowährungen geht.

Anfang Juli sorgte Präsident Trump für Aufsehen in der Kryptoindustrie, als er virtuelle Währungen als wertlos bezeichnete.

„Trump hat bisher nichts Positives oder Negatives getan. Er hat lediglich gesagt, dass er kein Fan ist. Die Tatsache, dass er darüber getwittert hat und der Präsident der Vereinigten Staaten über Kryptowährung spricht, ist eine gute Sache“ erklärte CZ.

Die Kommentare von Präsident Trump kamen zu einem Zeitpunkt, als der US-Kongress das Libra-Projekt von Facebook untersuchen wollte. Die folgenden Anhörungen des Kongresses haben die Tatsache unterstrichen, dass die US-amerikanischen Gesetzgeber begannen, einige der Nuancen in der sich entwickelnden Industrie zu verstehen.


US-Bitcoin kein Todeskandidat

Während die Beteiligten in den USA regulatorische Klarheit fordern, bleiben Regierungsvertreter wie Finanzminister Steve Mnuchin skeptisch gegenüber Kryptowährungen. Sekretär Mnuchin verglich Bitcoin sogar mit Schweizer Bankkonten.

Für CZ wäre das Verbot von Kryptos in den USA nicht das Todesurteil für die Industrie. Laut Zhao können Kryptowährungen überleben, auch wenn bestimmte Länder völlige Verbote erlassen.

Neben den USA gab es Berichte über ein mögliches Kryptoverbot in Indien. Das von der Regierung eingesetzte Komitee, das sich mit Kryptoregulierungen befassen sollte, empfahl ein vollständiges Verbot der Kryptowährung, sowie finanzielle Sanktionen für Personen, die an virtuellen Währungstransaktionen beteiligt waren.

Zu Beginn des Monats verspottete CZ die indische Regierung wegen ihrer negativen Haltung gegenüber Kryptowährungen. Laut dem Binance-Chef dienen solche Richtlinien nur dazu, Kryptos wertvoller zu machen und den Markt weniger leicht einzuschränken.

Das Beharren von Präsident Trump darauf, dass die Federal Reserve eine friedliche Geldpolitik verfolgt, wird langfristig gut für Bitcoin sein.


Restriktive US-Gesetze verursachen Unruhe

Während es in den USA kein Kryptoverbot gibt, zwingen die restriktiven Gesetze des Landes die Börsen zunehmend zu Anpassungen ihrer Geschäftstätigkeit. Zusätzlich zum Geofencing bestimmter Krypto-Token von US-Kunden verlagern Plattformen ihre Aktivitäten nun ins Ausland.

Poloniex gab bekannt, dass sie den größten Teil ihrer Devisenhandelstätigkeiten auf die Bermudas verlagert. Dieser Schritt ist nötig, da Bitfinex im Fadenkreuz des New York Attorney General (NYAG) steht, weil es angeblich US-Kunden bedient.


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