Frühere Berichte haben die Kryptowährungsinitiative von Facebook mit dem Codenamen „Project Libra“ versehen. Die Bemühungen wurden bis heute entsprechend geheim gehalten…. bis jetzt.

Tatsächlich ist das Projekt soeben aus den Schatten aufgetaucht. Das Silicon Valley Social Media Powerhouse wandte sich Anfang dieses Monats an die fintech-freundliche Schweiz, um Libra Networks zu registrieren, eine Tochtergesellschaft, die die neu entwickelten Blockchain– und Fintech-Zahlungen, Daten und Investmentdienstleistungen von Facebook umfassen wird.

Die Entwicklung ist das bisher deutlichste Zeichen dafür, dass die Pläne von Facebook rund um die Blockchain-Technologie und die Payment-Branche tatsächlich mit Volldampf vorangetrieben werden.

Die am 2. Mai im Handelsregister Genf, einem europäischen und globalen Bankenzentrum, eingereichte Anmeldung zeigt, dass das neue Fintech-Unternehmen nicht nur einen einzigen Schwerpunkt haben wird. Vielmehr wird der Betrieb des Startups das gesamte Spektrum abdecken und an „Investitionen, Zahlungen, Finanzierung, Identitätsmanagement, Analysen, Big Data, Blockchain und anderen Technologien“ beteiligt sein.

Der Hinweis auf das Engagement von Libra Network für „Identitätsmanagement“ ist interessant, da Facebook-Mitbegründer und Chief Executive Mark Zuckerberg zuvor den Wunsch geäußert hat, Blockchain für „dezentrale Logins“ zu testen. Damals sagte er:

„Sie nehmen im Prinzip Ihre Informationen, speichern sie in einem dezentralen System, und Sie haben die Wahl, ob Sie sich an verschiedenen Orten anmelden möchten, und gehen nicht über einen Vermittler.“

So haben sich diese Pläne, zusammen mit den Kryptowährungsplänen von Facebook, mit der offiziellen Registrierung von Libra Networks in der Schweiz scheinbar beschleunigt.

Facebook soll versucht haben, 1 Milliarde Dollar für seinen Coin zu sammeln. Nach den Nachrichten des Libra Network scheint es klar zu sein, dass das laufende Stablecoin-Projekt von Facebook unter dem Dach der neuen Firma stattfinden wird.


Was wissen wir also über die Münze, außer wer sie wahrscheinlich verwalten wird?

Zum einen enthüllten die Reporter der New York Times, Nathaniel Popper und Mike Isaac, bereits im März, dass der Stablecoin von Facebook vorläufig als „Basketcoin“ konzipiert wurde, ein Token, das an mehrere Vermögenswerte, insbesondere Fiat-Währungen, gebunden ist und nicht nur an eine.

Popper und Isaac stellten gleichzeitig fest, dass die Entwicklung der Basketcoin so weit fortgeschritten war, dass das Unternehmen bereits nach Kryptowährungsbörsen suchte, um die Münze auf ihren jeweiligen Plattformen zu listen. Die Journalisten sagten, dass der Coin bis Ende Q2 2019 sogar öffentlich zugänglich sein könnte.

Im April berichtete Popper, dass der Social-Media-Gigant eine Milliarde Dollar von Risikokapitalgesellschaften, möglicherweise als Sicherheit, für seine Stablecoin sammeln wolle. Damals sagte er, der Schritt könnte dem Projekt helfen, dezentraler zu werden:

„Da einer der großen Reize von Blockchain-Projekten die Dezentralisierung ist, könnte der Einsatz von externen Investoren Facebook helfen, das Projekt als dezentraler und weniger von Facebook kontrolliert zu präsentieren.“

Etwa zur gleichen Zeit erschien eine Facebook-Stellenausschreibung für einen Lead Commercial Counsel, Blockchain. Insbesondere wäre der Mitarbeiter für „die Ausarbeitung und Verhandlung einer Vielzahl von Verträgen im Zusammenhang mit unseren Blockchain-Initiativen“ verantwortlich.


US-Senatoren fordern Antworten von Facebook bezüglich des Kryptoprojekts

In anderen Facebook-Neuigkeiten schickten die beiden führenden Kongressabgeordneten des Senatsausschusses für Banken, Wohnungswesen und Stadtentwicklung dem CEO des Unternehmens, Mark Zuckerberg, Anfang des Monats einen Brief, in dem er um die Beantwortung einer Reihe von Fragen im Zusammenhang mit dem Kryptowährungsunternehmen des Unternehmens gebeten wurde.

Zum größten Teil interessierten sich die Senatoren dafür, wie Facebook den Datenschutz rund um sein Projekt angehen würde, als sie in ihrem Schreiben schrieben:

„Datenschutzexperten haben Fragen zu den umfangreichen Datenerhebungsmethoden von Facebook gestellt“.

Insbesondere fragten die Senatoren, wie das Krypto-Projekt funktionierte, ob Facebook mit den Regulierungsbehörden über den Coin gesprochen hatte, ob das Projekt Datenschutzvorkehrungen hatte und ob das Unternehmen beabsichtigte, die Daten von Token-Nutzern an „nicht verbundene“ Dritte zu verkaufen.


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