Die EOS Blockchain scheint mit erheblichen Skalierbarkeitsproblemen zu kämpfen, die ihre Fähigkeit, dezentrale Anwendungen sicher im Netzwerk zu hosten, behindern. Das Problem ist, dass die Blockkette so dramatisch gewachsen ist, dass sich nur eine Handvoll Blockproduzenten leisten können, das Ganze zu speichern.

Da sich die meisten dApps ausschließlich mit einem dieser Produzenten verbinden, werden auch die Anwendungen, auf die sie Bezug nehmen, nicht mehr funktionieren, wenn sie aufgrund wirtschaftlicher oder technischer Probleme ausfallen oder sich bösartig verhalten sollten. Solche klar zentralisierten Problemstellen sind sicherlich ein Thema für das weitere Vorgehen des Projekts.

EOS und sein 4 TB Blockchain-Problem

Die EOS Blockchain wurde schon immer als die schnellste Blockchain im Kryptowährungsraum vermarktet. Es zeichnet sich jedoch ab, dass durch eine solche Geschwindigkeitsoptimierung die Zuverlässigkeit und Sicherheit des Projekts in Frage gestellt werden könnte.

Das Hinzufügen eines neuen Blocks alle halbe Sekunde hat dazu geführt, dass die EOS-Kette nun über 42 Millionen Blöcke umfasst. Diese 4 TB an Gesamtdaten sind nach nur acht Monaten Betrieb entstanden. Im Vergleich dazu ist die Blockchain von Bitcoin nach zehn Jahren bei 200 GB.

Eine so schwerfällige Blockchains zu speichern und zu verwalten, ist nicht billig. Diese Kosten haben viele der Blockproduzenten, auf die sich das EOS-Netzwerk stützt, veranlasst, sich gegen die Speicherung der gesamten Kette zu entscheiden.

Anscheinend gibt es nur noch fünf Blockproduzenten, die die gesamte EOS Blockkette lagern: EOS Schweden, GreyMass, CryptoLions, EOSTribe und EOS Kanada. Nur zwei davon, so der untenstehende Tweet, werden auch zur Validierung von Blöcken verwendet, da die anderen nicht als einer der 21 „Top-Blockproduzenten“ zur Überprüfung von Transaktionen angesehen werden. Viele der anderen fielen aus, als die Kette Ende letzten Jahres schnell von 1TB auf 2TB wuchs.

Das folgende Video geht näher auf das Thema ein:

Corey Miller, eine Führungskraft bei der Krypto-Asset-Investmentfirma BlockTower Capital, betonte kürzlich selbst das Thema Skalierung:

Laut diesem Tweet, wird daran gearbeitet, mehr Gelder zur Verfügung zu stellen, um es den Blockproduzenten zu ermöglichen, die gesamte Blockchain zu speichern.

Eine mögliche Lösung besteht darin, dass es kostenpflichtig für dApps ist einen Verweis auf die gesamte Blockchain-Historie zu erhalten. Eine weiteres ist die Verwendung einer Implementierung der Sharding-Technologie, die von Core-Entwicklern von Ethereum verfolgt wird. Eine letzte mögliche Lösung, auf die EOS Weekly verweist, ist die Nutzung des in Kürze erscheinenden LiquidApps Netzwerkes. Dies würde bedeuten, dass die Verantwortung für den Aufruf der Blockchain von den Blockproduzenten auf Knoten verlagert wird, welche die zusätzliche Schicht unterstützen. Sie könnten dann ihren Betrieb direkt monetarisieren, indem sie Vereinbarungen mit denjenigen dApps treffen, die auf ihren Speicher zugreifen wollen.